Mototechnik Magazin: Deine Welt auf zwei Rädern
Du suchst fundiertes Wissen, ehrliche Fahrberichte und praktische Tipps rund um dein Motorrad? Hier im Magazin von Mototechnik.de tauchen wir tief in die Materie ein. Ob du leidenschaftlicher Schrauber, sportlicher Kurvenjäger oder gemütlicher Tourenfahrer bist – wir bieten dir redaktionell aufbereitete Inhalte, die deine Leidenschaft für Motorräder mit technischem Know-how verbinden.
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Das sind die beliebtesten Motorrad Produkte
Faszination Motorrad: Technik, Fahrphysik und Modellpflege
Die Entscheidung für ein Motorrad ist selten eine rein rationale. Es geht um Emotionen, das Spüren der Beschleunigung und das Erleben der Fliehkräfte in der Kurve. Doch hinter diesen Emotionen steckt hochkomplexe Ingenieurskunst. In unserer Magazin-Kategorie zerlegen wir diese Technik in verständliche und anwendbare Informationen. Wir betrachten die Entwicklungen auf dem Zweiradmarkt nicht nur oberflächlich, sondern schauen uns an, was Fahrwerke, Motoren und Assistenzsysteme in der Praxis wirklich leisten. Dabei legen wir großen Wert auf Unabhängigkeit und Objektivität, damit du genau weißt, welches Modell oder welches technische Feature zu deinem persönlichen Fahrprofil passt.
Die Motorradwelt entwickelt sich rasant weiter. Moderne Bikes sind fahrende Computer, ausgestattet mit inertialen Messeinheiten (IMU), schräglagenabhängigem ABS, semi-aktiven Fahrwerken und Ride-by-Wire-Systemen. Für viele Fahrer stellt sich die Frage, wie viel Elektronik tatsächlich notwendig ist und wo der pure Fahrspaß beginnt. Wir analysieren diese Systeme detailliert, erklären ihre Funktionsweise und zeigen auf, in welchen Fahrsituationen sie einen echten Sicherheitsgewinn darstellen. Gleichzeitig vergessen wir nicht die puristischen Maschinen, die mit mechanischer Direktheit und analogem Charme überzeugen.
Detaillierte Fahrberichte und Modelltests
Wenn wir ein Motorrad testen, reicht uns keine kurze Runde um den Block. Ein aussagekräftiger Fahrbericht erfordert die Bewegung der Maschine in ihrem natürlichen Terrain. Ein Supersportler muss seine Qualitäten auf der Rennstrecke oder auf anspruchsvollen, kurvigen Landstraßen beweisen. Hierbei achten wir auf die Rückmeldung des Vorderrads, die Stabilität in Schräglage, das Einlenkverhalten und die Dosierbarkeit der Bremsanlage. Eine Reiseenduro hingegen testen wir auf Langstreckentauglichkeit, Windschutz, Gepäckunterbringung und natürlich auf ihre Offroad-Fähigkeiten auf Schotterpassagen.
Wir beschreiben die Motorcharakteristik detailliert. Ein drehfreudiger Reihenvierzylinder verlangt nach einer völlig anderen Fahrweise als ein hubraumstarker V-Twin, der sein maximales Drehmoment bereits im unteren Drehzahlkeller zur Verfügung stellt. Wir betrachten das Ansprechverhalten bei Lastwechseln, die Abstufung des Getriebes und die Effizienz des Quickshifters, falls vorhanden. Auch die Ergonomie spielt eine zentrale Rolle. Ein Motorrad kann noch so faszinierend sein; wenn Kniewinkel, Lenkerkröpfung und Sitzpolsterung nicht zum Fahrer passen, wird die längere Tour zur Qual. Daher gehen wir auf die Anpassungsmöglichkeiten für verschiedene Körpergrößen ein.
Neben den reinen Fahrleistungen betrachten wir auch die wirtschaftlichen Aspekte. Dazu gehören der reale Kraftstoffverbrauch, die Inspektionsintervalle und die typischen Verschleißteile. Ein günstiger Anschaffungspreis kann sich schnell relativieren, wenn das Ventilspiel alle zehntausend Kilometer aufwendig eingestellt werden muss oder spezielle Reifendimensionen die Unterhaltskosten in die Höhe treiben. Wir liefern dir alle Daten, die du für eine fundierte Kaufentscheidung benötigst.
Fahrwerkstechnik: Zugstufe, Druckstufe und Federvorspannung verstehen
Das Fahrwerk ist das Bindeglied zwischen dir, dem Motorrad und der Straße. Viele Motorradfahrer bewegen ihre Maschinen mit der werksseitigen Standardeinstellung, ohne zu wissen, wie viel Potenzial durch eine individuelle Anpassung verschenkt wird. In unseren Technik-Ratgebern erklären wir dir die Fahrwerksgeometrie. Begriffe wie Nachlauf, Lenkkopfwinkel und Radstand sind keine leeren Worthülsen, sondern definieren, ob dein Motorrad eher handlich wie ein Fahrrad oder sturheil wie ein ICE auf Schienen geradeaus fährt.
Wir widmen uns ausführlich den Einstellmöglichkeiten von Teleskopgabeln, Upside-Down-Gabeln und Federbeinen. Die Federvorspannung (Preload) ist der erste und wichtigste Schritt, um das Motorrad auf dein Gewicht samt Fahrerausrüstung und eventuellem Gepäck einzustellen. Sie reguliert den sogenannten Negativfederweg. Stimmt dieser nicht, kann das Fahrwerk weder Unebenheiten sauber ausgleichen, noch bietet es ausreichende Reserven beim harten Anbremsen. Wir leiten dich Schritt für Schritt an, wie du diesen Negativfederweg mit einfachen Hilfsmitteln in der heimischen Garage selbst ermitteln und justieren kannst.
Darüber hinaus beleuchten wir die hydraulische Dämpfung. Die Druckstufe (Compression) kontrolliert die Geschwindigkeit des Einfederns. Ist sie zu weich, taucht die Front beim Bremsen zu stark ab; ist sie zu hart, gibt das Vorderrad jede Bodenwelle ungedämpft an deine Handgelenke weiter. Die Zugstufe (Rebound) hingegen regelt die Ausfedergeschwindigkeit. Eine falsch eingestellte Zugstufe führt zu einem pumpenden Heck am Kurvenausgang oder einem Vorderrad, das bei aufeinanderfolgenden Bodenwellen den Kontakt zur Straße verliert. Mit unserem Wissen lernst du, das Feedback deines Motorrads richtig zu deuten und das Fahrwerk optimal auf deine Bedürfnisse abzustimmen.
Die richtige Ausrüstung: Sicherheit, Komfort und Materialien
Auf dem Motorrad bist du den Elementen und im Falle eines Sturzes auch dem Asphalt ungeschützt ausgesetzt. Die Wahl der richtigen Ausrüstung ist daher die wichtigste Investition neben dem Kauf des Motorrads selbst. Im Mototechnik Magazin durchleuchten wir die neuesten Entwicklungen auf dem Bekleidungsmarkt, erklären die Zertifizierungsstandards und helfen dir, die Balance zwischen maximalem Schutz und hohem Tragekomfort zu finden. Moderne Schutzkleidung muss heute nicht mehr zwingend schwer und unbeweglich sein, um hervorragende Sicherheitswerte zu erzielen.
Wir befassen uns intensiv mit den europäischen Prüfnormen, wie der EN 17092 für Motorradbekleidung, die Kleidung in Schutzklassen von AAA (höchster Schutz, meist Lederkombis) bis A (geringer Schutz, oft leichte Stadtbekleidung) einteilt. Auch die Bedeutung der verschiedenen Level bei Gelenk- und Rückenprotektoren (Level 1 vs. Level 2) wird genau erklärt, damit du beim Kauf im Fachhandel die richtigen Fragen stellen kannst. Besonders wichtig ist uns auch das Thema passive Sicherheit durch Sichtbarkeit, weshalb wir auch auf smarte Reflektor-Konzepte und Signalfarben eingehen, die nicht zwingend nach Baustelle aussehen müssen.
Helme: Aerodynamik, Geräuschdämmung und die ECE 22.06 Norm
Der Helm ist dein primärer Lebensretter. Wir stellen die verschiedenen Bauarten detailliert gegenüber. Ein Integralhelm bietet durch die geschlossene Kinnpartie die höchste strukturelle Integrität und die beste Geräuschdämmung. Klapphelme erfreuen sich besonders bei Tourenfahrern großer Beliebtheit, da sie das Auf- und Absetzen erleichtern und an der Tankstelle oder beim Fotografieren bequemer sind. Wir prüfen, wie sich Klapphelme im Hinblick auf das Gewicht und die Aerodynamik im Vergleich zu Integralhelmen schlagen. Jethelme wiederum vermitteln das reinste Freiheitsgefühl, bieten jedoch keinen Schutz für die Kinnpartie, was wir kritisch beleuchten.
Ein großes Thema in unserer Berichterstattung ist die neue Prüfnorm ECE 22.06. Im Gegensatz zur alten Norm müssen Helme nun auch Rotationskräfte bei schrägen Aufprallwinkeln abfangen können, was zu neuen Helmdesigns und teilweise mehr Gewicht geführt hat. Wir erklären, wie Hersteller durch den Einsatz von Karbon, Aramid und speziellen EPS-Innenschalen versuchen, diese Anforderungen zu erfüllen. Auch das Innenleben eines Helms ist entscheidend: Herausnehmbare, waschbare Polster, Vorbereitungen für Intercom-Systeme und ein effektives Belüftungssystem, das an heißen Sommertagen einen kühlen Kopf bewahrt, sind Kriterien, die wir in unseren Artikeln analysieren.
Das Visier und die Sichtverhältnisse sind bei jeder Fahrt essenziell. Wir betrachten die Effektivität von Pinlock-Innenvisieren gegen Beschlagen, die optische Güte von getönten Visieren und den Komfort von integrierten Sonnenblenden. Auch phototrope Visiere, die sich je nach UV-Einstrahlung selbstständig verdunkeln, nehmen wir in unseren Technik-Check auf und bewerten ihre Reaktionszeit im Alltag, beispielsweise bei schnellen Tunneldurchfahrten.
Bekleidungskonzepte im Vergleich: Leder vs. Textil
Die alte Streitfrage unter Motorradfahrern: Leder oder Textil? Beide Materialien haben in den letzten Jahren enorme technologische Sprünge gemacht. Leder gilt nach wie vor als das Maß der Dinge in puncto Abriebfestigkeit. Känguruleder bietet dabei bei geringerer Materialstärke die gleiche Reißfestigkeit wie Rindsleder, was das Gewicht der Kombi reduziert. Wir erklären, warum eine enganliegende Lederkombi im Falle eines Sturzes dafür sorgt, dass die Protektoren exakt dort bleiben, wo sie schützen sollen.
Textilbekleidung hingegen punktet mit unvergleichlicher Vielseitigkeit. Durch den Einsatz von Klimamembranen wie Gore-Tex oder Sympatex ist sie wasserdicht und gleichzeitig atmungsaktiv. Herausnehmbare Thermofutter und großflächige Belüftungsreißverschlüsse machen einen guten Textilanzug zum Ganzjahresbegleiter. Wir analysieren hochabriebfeste Gewebe wie Cordura, Armacor oder Kevlar-Verstärkungen, die die Lücke zur Sicherheit von Lederkleidung zunehmend schließen.
Um dir die Entscheidung zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Eigenschaften beider Materialkonzepte übersichtlich gegenübergestellt:
| Eigenschaft | Lederbekleidung | Textilbekleidung (mit Membran) |
|---|---|---|
| Abriebfestigkeit | Exzellent, übersteht oft mehrere Rutscher | Gut bis sehr gut (je nach Gewebeart) |
| Wetterschutz (Regen/Kälte) | Mäßig (kühlt bei Nässe aus, nicht wasserdicht) | Hervorragend, oft komplett wasser- und winddicht |
| Temperaturregulierung (Hitze) | Schwitzig, sofern nicht perforiert | Sehr flexibel durch große Belüftungsöffnungen |
| Passform und Komfort | Muss sich eintragen, sitzt wie eine zweite Haut | Bequem vom ersten Tag an, lockerer Schnitt |
| Pflegeaufwand | Hoch (muss gereinigt und gefettet werden) | Gering (maschinenwaschbar mit Spezialwaschmittel) |
| Alltagstauglichkeit | Gering (schwer, unpraktisch beim Gehen) | Hoch (kann oft über Alltagskleidung getragen werden) |
Tourenplanung, Navigation und Reisevorbereitung
Das Motorrad ist nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern eine Reisemaschine, die dir die Welt aus einer völlig neuen Perspektive zeigt. Das Erleben von Landschaften, Gerüchen und Temperaturwechseln macht jede Motorradtour einzigartig. Doch eine gelungene Ausfahrt – ob für einen Sonntagnachmittag oder einen mehrwöchigen Urlaub – erfordert Vorbereitung. In unserem Magazin widmen wir uns der Routenplanung abseits ausgetretener Pfade, der Auswahl der richtigen Navigationsmittel und der Kunst, effizient zu packen.
Die Streckenwahl ist das Herzstück jeder Tour. Autobahnen dienen meist nur als notwendiges Übel, um schnell in die bevorzugte Zielregion zu gelangen. Wir stellen dir Tourenkonzepte vor, die sich durch landschaftliche Reize, fahrerischen Anspruch und eine gute motorradfreundliche Infrastruktur auszeichnen. Dabei berücksichtigen wir auch lokale Gegebenheiten wie Mautgebühren, Streckensperrungen am Wochenende oder besondere Lärmschutzregelungen, die in bestimmten Regionen für Motorradfahrer gelten.
Die Planung des perfekten Streckenprofils
Je nach Fahrkönnen, Maschinentyp und persönlicher Vorliebe unterscheiden sich die idealen Motorradrouten massiv voneinander. In unseren Touren-Specials kategorisieren wir die Strecken, damit du genau das findest, was dir Spaß macht. Wir geben Tipps zur Nutzung von Planungssoftware und Apps, mit denen du Kurvenreichtum und Höhenprofile im Vorfeld analysieren kannst.
- Alpine Pässe und Hochgebirge: Ideal für fahrerisch anspruchsvolle Kurvenjäger. Enge Kehren, starke Steigungen und atemberaubende Panoramen fordern Mensch und Maschine. Wir geben Tipps zur Blickführung in Spitzkehren und zum Bremsen bergab, um die Bremsflüssigkeit vor dem Überhitzen (Fading) zu schützen.
- Mittelgebirge und Wälder: Regionen wie der Schwarzwald, die Eifel oder der Harz bieten flüssig zu fahrende, langgezogene Kurven. Diese Strecken sind perfekt, um den Rhythmus auf dem Motorrad zu finden und die Schräglage in weiten Bögen zu genießen.
- Küstenstraßen: Das Cruisen entlang der Küste mit Blick auf das Meer ist Balsam für die Seele. Hier geht es weniger um Geschwindigkeit als um das pure Fahrerlebnis und die salzige Luft. Wir warnen jedoch auch vor typischen Gefahren wie starkem Seitenwind oder Sandverwehungen auf dem Asphalt.
- Offroad-Tracks und TET (Trans Euro Trail): Für die wachsende Gemeinde der Reiseenduristen beleuchten wir unbefestigte Strecken. Wir sprechen über das Fahren im Stehen, die richtige Gewichtsverlagerung im Gelände und das Senken des Reifendrucks für mehr Traktion auf Schotter und Erde.
Gepäckunterbringung und Navigationslösungen
Wer auf Reisen geht, muss sein Hab und Gut sicher verstauen, ohne die Fahrdynamik des Motorrads negativ zu beeinflussen. Wir vergleichen harte Koffersysteme aus Aluminium oder Kunststoff mit weichen Gepäcklösungen (Softbags). Alukoffer sind extrem robust, wasserdicht und diebstahlsicher, erhöhen jedoch die Baubreite des Motorrads massiv und können bei einem Sturz im Gelände Verletzungen an den Beinen verursachen. Softgepäck ist leichter, flexibler und übersteht Rutscher meist schadlos, erfordert aber beim Packen und Verzurren mehr Sorgfalt.
Tankrucksäcke sind ideal für Dinge, die schnell griffbereit sein müssen: Geldbörse, Visierreiniger, Mauttickets. Wir beleuchten die unterschiedlichen Befestigungssysteme, vom klassischen Magnet-Tankrucksack (Vorsicht bei Kunststofftanks!) bis hin zu innovativen Tankring-Systemen, die Kratzer auf dem Lack verhindern und in Sekundenschnelle an- und abgedockt werden können. Wir geben zudem Tipps zum Packen: Schwere Gegenstände gehören immer nach unten und möglichst nah an den Schwerpunkt des Motorrads, um das Fahrverhalten neutral zu halten.
Im Bereich der Navigation hat das Smartphone dem klassischen Motorrad-Navi starke Konkurrenz gemacht. Wir analysieren dedizierte Navigationsgeräte von Herstellern wie Garmin oder TomTom, die mit speziellen Algorithmen für kurvenreiche Strecken und extremer Robustheit punkten. Dem gegenüber stellen wir Smartphone-Lösungen. Hier ist die vibrationsgedämpfte Halterung von enormer Wichtigkeit, da die hochfrequenten Vibrationen von Motorradmotoren die feinen Bildstabilisatoren moderner Handykameras zerstören können. Wir zeigen dir, wie du dein Setup mit wasserdichten Ladekabeln und bluetooth-fähigen Intercoms im Helm verbindest.
Wartung, Pflege und Instandhaltung deines Motorrads
Ein technisch einwandfreies Motorrad ist die Grundvoraussetzung für Sicherheit und Fahrspaß. Viele Wartungsarbeiten kannst du mit etwas handwerklichem Geschick und dem passenden Werkzeug selbst durchführen. Das spart nicht nur Geld in der Werkstatt, sondern intensiviert auch die Bindung zu deiner Maschine. Im Magazin erklären wir dir technische Zusammenhänge leicht verständlich und geben dir Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Pflege und Inspektion in der eigenen Garage.
Wir weisen aber auch deutlich darauf hin, wo die Grenzen des Selberschraubens liegen. Arbeiten an sicherheitsrelevanten Systemen wie dem Antiblockiersystem (ABS), Eingriffe in die Motorelektronik oder das Zerlegen von Einspritzanlagen gehören in die Hände von ausgebildeten Zweiradmechatronikern. Unser Ziel ist es, dich zu einem kompetenten Fahrzeugbesitzer zu machen, der kleine Defekte selbst behebt und genau weiß, wann der Gang in die Fachwerkstatt unumgänglich ist.
Antriebspflege: Kette, Kardan und Zahnriemen
Der Sekundärantrieb überträgt die Kraft des Motors auf das Hinterrad und verlangt nach regelmäßiger Aufmerksamkeit. Die Rollenkette ist das am weitesten verbreitete System. Wir erklären dir den Unterschied zwischen O-Ring, X-Ring und Z-Ring Ketten. Eine Kette muss nicht nur geschmiert, sondern auch gereinigt werden. Schmutz und Sand wirken in Verbindung mit altem Kettenfett wie Schmirgelpapier und zerstören die Ritzel und Kettenräder in Rekordzeit. Wir diskutieren die Vor- und Nachteile von klassischem Kettenfett aus der Sprühdose im Vergleich zu Trockenschmierstoffen (PTFE) und automatischen Kettenöler-Systemen, die auf langen Touren enormen Komfort bieten.
Auch die Kettenspannung (der Kettendurchhang) muss penibel kontrolliert werden. Ist die Kette zu stramm, ruiniert sie das Getriebeausgangslager und schränkt die Funktion der Hinterradfederung ein. Ist sie zu locker, leidet das Ansprechverhalten und die Kette kann im schlimmsten Fall abspringen. Wir zeigen dir, wie du die Flucht des Hinterrads beim Spannen der Kette mithilfe von Laser-Testern exakt ausrichtest.
Fährst du ein Motorrad mit Kardanantrieb, entfällt das lästige Schmieren. Dennoch ist dieser Antrieb nicht wartungsfrei. Wir gehen auf den Wechsel des Kardanöls ein und erklären, wie man das System auf Undichtigkeiten prüft. Zahnriemenantriebe, die oft bei Cruisern zu finden sind, gelten als extrem langlebig und sauber, reagieren jedoch empfindlich auf scharfkantige Steinchen. Auch hier zeigen wir dir, wie du die Riemenspannung und den Verschleißzustand korrekt beurteilst.
Reifenkunde: Grip, Verschleiß und Luftdruck
Zwei handtellergroße Aufstandsflächen sind alles, was dich auf der Straße hält. Motorradreifen sind hochkomplexe Konstruktionen, die Beschleunigungs-, Brems- und Seitenführungskräfte gleichzeitig übertragen müssen. Wir betrachten die unterschiedlichen Reifensegmente: Tourenreifen, die durch hohen Silica-Anteil auch bei Kälte und Nässe exzellent greifen und hohe Laufleistungen erzielen, gegenüber Sportreifen, die eine bestimmte Betriebstemperatur benötigen, dann aber maximalen Grip in extremen Schräglagen bieten.
Der Reifendruck ist das oft am meisten unterschätzte Setup-Element. Schon Abweichungen von 0,2 Bar verändern das Fahrverhalten spürbar. Ein zu geringer Druck führt zu einem schwammigen Einlenkverhalten, Überhitzung des Reifens und erhöhtem Verschleiß. Ein zu hoher Druck verkleinert die Aufstandsfläche, macht das Motorrad hart und reduziert den Grip. Wir raten dir, in ein präzises Luftdruckprüfgerät zu investieren und den Druck stets am kalten Reifen vor Fahrtantritt zu kontrollieren.
Ebenso wichtig ist die Kontrolle des Verschleißes. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm in Deutschland ist für Motorräder extrem grenzwertig, da die Wasserverdrängung bei Nässe stark abnimmt. Wir empfehlen einen Wechsel bei spätestens 2,0 mm Restprofil. Zudem erklären wir das Phänomen der „Eckig-Fahrung“, bei dem der Reifen durch viel Autobahnfahrt in der Mitte stark abnutzt, während die Flanken intakt bleiben, was zu einem sehr unharmonischen Kippverhalten in Kurven führt.
Flüssigkeiten und Bremsanlage kontrollieren
Motoröl schmiert nicht nur die beweglichen Teile im Motor, sondern kühlt sie auch und bindet Verbrennungsrückstände. Bei vielen Motorrädern schmiert das Motoröl gleichzeitig das Getriebe und umspült die Nasskupplung. Wir erklären dir die Spezifikationen (z.B. 10W-40), die Bedeutung der JASO MA/MA2 Norm für Ölbadkupplungen (um Kupplungsrutschen zu vermeiden) und leiten dich an, wie man einen fachgerechten Ölwechsel inklusive Filtertausch durchführt.
Die Bremsanlage erfordert absolute Akribie. Wir zeigen dir, wie du die Belagstärke der Bremsklötze ohne Ausbau kontrollierst und Abnutzungserscheinungen an den Bremsscheiben (Riefenbildung, Unterschreiten der Mindestdicke) erkennst. Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, zieht also Wasser aus der Luftfeuchtigkeit an. Das senkt den Siedepunkt der Flüssigkeit. Bei starker Belastung, wie einer Passabfahrt, kann dieses Wasser verdampfen. Da sich Gas komprimieren lässt, greift der Bremshebel plötzlich ins Leere – der gefürchtete Bremsverlust. Deshalb betonen wir die Wichtigkeit, die Bremsflüssigkeit (meist DOT 4 oder DOT 5.1) strikt nach Herstellervorgabe, in der Regel alle zwei Jahre, zu wechseln.
FAQ – Häufig gestellte Fragen rund ums Motorradfahren
Wie oft muss ich die Motorradkette schmieren und reinigen?
Das Schmieren der Kette sollte im Durchschnitt alle 400 bis 500 Kilometer erfolgen, idealerweise direkt nach der Fahrt, wenn die Kette noch warm ist. So können die Lösungsmittel im Kettenfett verdampfen und das Fett haftet besser. Bei Fahrten im Regen wäscht sich das Schmiermittel schneller ab, hier solltest du direkt nach der Tour nachschmieren. Eine gründliche Reinigung der Kette mit speziellem Kettenreiniger und einer Bürste empfehlen wir alle 1.500 bis 2.000 Kilometer, um den abrasiven Schmutz zu entfernen, bevor neues Fett aufgetragen wird.
Welcher Reifendruck ist für mein Motorrad der richtige?
Der korrekte Reifendruck ist modellspezifisch und wird vom Motorradhersteller vorgegeben. Du findest diese Angaben im Fahrerhandbuch, meist auch auf einem Aufkleber an der Schwinge oder dem Kettenschutz. Für viele Straßenmotorräder liegt der Richtwert grob bei 2,5 Bar vorne und 2,9 Bar hinten. Wenn du mit viel Gepäck oder Sozius fährst, muss der Druck hinten oft leicht erhöht werden. Kontrolliere den Druck immer im kalten Zustand, da sich die Luft im Reifen beim Fahren erwärmt und ausdehnt, was zu einem fälschlicherweise höheren Messergebnis führt.
Wann ist die beste Zeit, um ein gebrauchtes Motorrad zu kaufen?
Der Motorradmarkt ist stark saisonabhängig. Die beste Zeit für Käufer ist der späte Herbst und der Winter (November bis Februar). Viele Verkäufer möchten Platz in der Garage schaffen oder die Kosten für die Überwinterung sparen. Die Nachfrage ist in dieser Zeit gering, was die Verhandlungsposition des Käufers stärkt. Im Frühjahr, wenn die ersten warmen Tage anstehen, steigt die Nachfrage sprunghaft an und die Preise auf dem Gebrauchtmarkt ziehen deutlich an.
Darf ich Motorradreifen unterschiedlicher Hersteller mischen?
Rechtlich gesehen ist in Deutschland das Mischen von Reifenherstellern oder Profilen auf Vorder- und Hinterrad erlaubt, sofern beide Reifen die in den Fahrzeugpapieren eingetragenen Spezifikationen (Größe, Tragfähigkeitsindex, Geschwindigkeitsindex) erfüllen und keine sogenannte Fabrikatsbindung vorliegt. Fahrdynamisch raten wir jedoch dringend davon ab. Vorder- und Hinterreifen eines bestimmten Modells sind in ihrer Kontur, der Gummimischung und der Karkassen-Konstruktion exakt aufeinander abgestimmt. Eine Mischbereifung kann zu einem sehr instabilen Fahrverhalten führen.
Wie mache ich mein Motorrad winterfest?
Vor der Winterpause sollte das Motorrad gründlich gewaschen und getrocknet werden. Fülle den Tank bei Blechtanks bis zum Rand mit Kraftstoff, um Rostbildung im Inneren zu verhindern (bei Kunststofftanks ist dies nicht zwingend nötig). Erhöhe den Reifendruck um ca. 0,5 Bar oder bocke das Motorrad so auf, dass beide Räder entlastet sind, um Standplatten zu vermeiden. Die Batterie sollte ausgebaut oder abgeklemmt und an ein intelligentes Erhaltungsladegerät angeschlossen werden. Decke das Motorrad in einer trockenen Garage mit einer staubdurchlässigen Indoor-Plane ab. Steht das Bike draußen, nutze eine hochwertige, atmungsaktive Outdoor-Abdeckplane.